Rolle rückwärts mit hartem Aufschlag
Betr.: Artikel „Wellpappenfabrik endgültig vom Tisch“, WZ vom 13. Juli
Nachdem der Gemeinderat Hodenhagen zunächst den Beschluss für ein nicht nachvollziehbares Besonderes Vorkaufsrecht teilweise zurückgenommen, die Samtgemeinde die Entscheidungen zum Schulneubau aufgehoben hat und ein Radweg dem ordentlichen Planungsverfahren zugeführt werden musste, ist jetzt auch noch der Traum „Wellpappenfabrik“ geplatzt. Mehrere Jahre bisher ungewohnter Gegenwind von der Bevölkerung. Für den Betrachter im Gesamtergebnis eine Rolle rückwärts mit hartem Aufschlag.
Aber der Blick des Rates ist unbeirrt nach vorne gerichtet: Eine Vermarktung der Fläche im Gewerbegebiet Nord soll schnell umgesetzt werden, im B-Plan eine Höhenbeschränkung auf maximal 20 Meter. Favorisiert wird eine Vermarktung als Ganzes, um die Erschließungskosten gering zu halten: „Man könnte Interessenten eine bezugsfähige Wohnung anbieten – ohne weitere politische Schleifen.“ Friede-Freude-Eierkuchen? Mitnichten!
Ja – Erleichterung, dass das „Monstrum“ vom Tisch ist. Aber nach wie vor ist eine großflächige Versiegelung im Hinblick auf eine Starkregenproblematik nicht vertretbar und die zu erwartende Beeinträchtigung der Bevölkerung durch Verkehr, Lärm und Licht nicht hinnehmbar.
Die Kosten, die zweifelsohne insgesamt durch die „gescheiterten“ Projekte entstanden sind (Planverfahren Radweg, Machbarkeitsstudien, Market-Place, Anwälte u.a.), werden gewiss nicht von Dritten getragen, sondern von uns allen. In sämtlichen Ratssitzungen wurde immer wieder auf das Zauberwort „Steuererhöhung“ zurückgegriffen. Ein Rückgriff auf die Verursachen wäre in manchen Fällen wünschenswert.
Ist es nicht and er Zeit, Projekte den (finanziellen) Fähigkeiten anzupassen? Die Bevölkerung mitzunehmen/einzubeziehen? Guter „Gemeinde-)Rat muss nicht teuer sein.
Silvia Lühning,
Hodenhagen

